Pfarre St. Laurentius

Leitgedanken

Im Buch "35 Jahr Miteinander" hat Dr. Herbert Pichler die Leitgedanken von Pfarrer Wilhelm Jansen aus in den Pfarrbriefen von St. Laurentius, die 35 Jahre lang jeden Monat neu inspiriert haben, zusammengefasst.

Hier sind alle Leitgedanken aus den Pfarrbriefen seit Juni 2009 zu finden:

„Hier bin ich!“

So könnte das neue Jahr zu uns sprechen.
„Nehmt mich auf in eure Lebenszeit. Macht etwas mit mir. Lasst mich für euch da sein. Ich habe euch Wichtiges anzubieten: Zeit zu leben.“

So könnte auch der ‚DreiKlang’ zu uns sprechen. Er ist der neue Pfarrbrief der katholischen Gemeinden in Horbach, Laurensberg und Richterich. „Macht etwas aus mir. Lasst mich für euch da sein. Nehmt mich auf mit eurer Neugier. Es wird mich 8.000 Mal geben, jeden Monat frisch. Nur im Sommer, da mache ich ein Mal Pause.

Ich habe ein Ziel: Weil die drei Gemeinden St. Heinrich, St. Laurentius und St. Martinus zu einer pastoralen Einheit zusammenfinden sollen, möchte ich allen Leuten in Aachens Nordwesten schnell die wichtigsten Informationen ins Haus bringen. Deshalb gibt es mich auch kostenfrei, auch wenn ich kostbar bin.

Eines bin ich nicht: ein Reklameblättchen irgendeines Discounters. Vielmehr achten die, die mich erstellen, sorgfältig darauf, dass in meinem Innenleben viel Gutes zu lesen sein wird.
Da wird nichts einfach billig angepriesen. Da wird wohl vieles angeboten in der Hoffnung, dass für Sie etwas dabei ist, das Sie kennenlernen oder ausprobieren oder vertiefen möchten. Wenn das geschähe, wäre mein Zweck erfüllt.“

Da ist er also, unser neuer Pfarrbrief ‚DreiKlang’. Wir hoffen sehr, dass er Ihnen Freude macht. Darum bemüht sich die Redaktion, dass Sie ihn gerne lesen; dass Sie die Informationen finden, die Sie immer schon im Pfarrbrief gefunden haben; dass Sie sich hoffentlich auch für das interessieren, was in der Gemeinde nebenan geschieht. Denn wir haben alle den anderen etwas Gutes anzubieten.

Einen guten Start in das neue Jahr und in die Zeit des „DreiKlangs“!

Josef Voß

„Einen neuen Aufbruch wagen“

Rucksack

So lautet das Motto des diesjährigen Katholikentages, der vom 16. - 20. Mai 2012 in Mannheim stattfinden wird. Auf den zugehörigen Plakaten sieht man einen roten Rucksack.

Immer wieder sind wir im Leben herausgefordert neu aufzubrechen, unseren Rucksack neu und vorausschauend zu packen, dabei keinen Ballast mitzunehmen, sondern nur Dinge, die für uns wirklich wichtig sind. Das Ziel des Aufbruchs muss ständig neu ins Auge gefasst werden, und wer nicht bereit ist, bei Bedarf die Richtung zu wechseln, geht günstigstenfalls im Kreis herum zurück. Außerdem hilft es, nicht alleine loszumarschieren. Vielleicht kennen die anderen ja einen besseren Weg?

Eine Lebensweisheit sagt: „Wenn du schnell vorankommen willst, geh allein; wenn du weit vorankommen willst, geh mit anderen.“

Wir wollen als Christen in St. Heinrich, St. Laurentius und St. Martinus noch weit kommen und unser gemeinsamer Glaube verbindet, stärkt und ermutigt uns dazu.

Viel Freude unterwegs und in den närrischen Tagen wünscht

Wolfgang Oellers

Frühling

Schneeglöchen

Der Frühling beginnt. Nach einer Zeit der Ruhe und Besinnung bricht die winterlich, starre Natur auf und bringt neues Leben hervor. Das ist schön zu sehen und macht Mut. Wir können an der aufbrechenden Natur ablesen:

Das Leben siegt!

Jeder kennt Frühlingslieder wie „Im Märzen der Bauer...“. G. F. Händel hat ein wunderbares Frühlingsgedicht von B. H. Brockes vertont:

Meine Seele hört im Sehen, wie, den Schöpfer zu erhöhen, alles jauchzet, alles lacht. Höret nur, des erblühnden Frühlings Pracht ist die Sprache der Natur, die uns deutlich durchs Gesicht, allenthalben mit uns spricht.

Manchmal kann die Musik uns beflügeln, Texte zu verinnerlichen und besser zu verstehen, und zwar mit Herz und Verstand.

Erfreuen wir uns an der aufbrechenden Schöpfung und erkennen, dass das Gute siegt, das der Schöpfer für uns bereithält.

In der Fastenzeit, die auch eine Zeit der Ruhe und der Besinnung ist, mag man Parallelen entdecken. Sie hält uns bei aller Dürre gleichzeitig zielgerichtet die Freude des frohen jubelnden Osterfestes vor Augen. Da ist zum Beispiel der 4. Fastensonntag, der schon von alters her den Namen „Laetare“ („Freuet euch“) trägt. Auch hier ist deutlich die Wende zum Positiven hin zu spüren:

Das Leben wird siegen! Darüber können wir uns schon jetzt freuen!

Gregor Jeub

April, April

Kennen Sie das auch? Am 1.April wird man „in den April geschickt“ – von Mitmenschen, von Artikeln in der Zeitung, im Internet.
Immer neue Ideen sind dazu nötig, um die Leute „reinzulegen“.

Viel Neues hält in diesem Jahr der Monat April für uns bereit – alles ohne Hintergedanken, wohl aber mit viel Hintergrund:
Wir feiern Ostern – das grosse Fest der Auferstehung Jesu.
An seine - und auch irgendwann unsere – Auferstehung glauben wir, auch wenn dies nicht leicht vorzustellen ist. Neues Leben blüht auf, und das ist ein Geschenk für uns.

In einem Osterlied singen wir „Verklärt ist alles Leid der Welt, des Todes Dunkel ist erhellt“. Dass es uns gelingt, Leid zu verringern und aus dem Osterfest neue Lebensfreude und manchmal auch Lebenshoffnung zu schöpfen, das wünsche ich.

Kinder feiern ihre erste hl. Kommunion – das grosse Fest der direkten Christusbegegnung.
Für diese Kinder – und für uns – ist diese Begegnung im hl. Brot ein tolles Geschenk. Wir haben Jesus „brot-nötig“.

In einem Kanon singen wir „Jesus Brot, Jesus Wein auf unserm Weg Zeichen wird sein“. Dass wir dieses Zeichen erkennen, uns davon leiten lassen und davon weitererzählen, das hoffe ich.

Angelo Scholly

Glaubenswoche „Gott berührt!?“

Button-Glaubenswoche

In diese Welt werden wir ungefragt hineingeboren. Die ersten Hautkontakte sind Berührungen mit Vater und Mutter, mit denen, die jetzt für und mit uns da sind. Körper und Seele brauchen dieses Berührt-werden lebensnotwendig. Durch sie wachsen Vertrauen, Zutrauen und Liebe. Sie sind elementare Basis für unser ganzes Leben.
Und je mehr ich über die Bedeutung von Berührung nachdenke, desto klarer wird, dass sie ein offenbar entscheidender Teil unserer zwischenmenschlichen Verständigung ist. Keine andere Art der Verständigung verläuft so schnell und direkt, keine ist uns so unmittelbar.
Wir können Berührungen empfangen. Wir haben aber auch das Recht sie abzulehnen. Berührungen müssen „stimmen“. Traurig und krankmachend ist es, wenn Menschen sich nach Berührungen sehnen und – warum auch immer - keine mehr geben (können) oder keine mehr empfangen.

In der Vorbereitungsgruppe für diese Glaubenswoche haben wir darüber nachgedacht, ob Gott mit den Berührungen und den ausbleibenden Berührungen etwas zu tun hat. Das Gespräch war intensiv. Es eröffnete sich eine Vielfalt an Sichtweisen, der Glaubenszeugnisse, der Fragen und Zweifel. Alle waren wir der Meinung, mit dem Motto "Gott berührt!?" der Unmittelbarkeit unserer Gotteserfahrungen in der Glaubenswoche nachzugehen.

Wir wünschen, dass sich viele Richtericher, Laurensberger und Horbacher von den unterschiedlichsten Aktionen, Frühschichten, Abendgebeten, Gottesdiensten u.v.m. angesprochen fühlen.
Lassen Sie sich „berühren“!

Christa Baggen
Gemeindereferentin

Programm der Glaubenswoche
Rückblick zur Glaubenswoche
Feed-Back zur Glaubenswoche

Eine unendliche Geschichte

Pusteblume

So viele Eindrücke aus der Glaubenswoche wirken noch nach: Gott berührt?! – Ja, er hat es in dieser Woche immer wieder getan. Nicht für alle gleich. Aber für viele und das in großer Fülle.

Was ist mit denen, die nicht daran teilnehmen konnten oder wollten? Sie teilen zwar diese Erfahrungen nicht, haben aber dennoch immer neue Chancen. Denn Gottes Berührungsgeschichte ist eine unendliche Geschichte.

Seit Pfingsten hinterlässt er feurig-begeisternde Eindrücke. Geistvoll findet er einen Weg in vermauertes Leben. Mit Kraft setzt er der Verhärtung unter den Menschen seine Lebensfreude entgegen.

An Fronleichnam berührt er unsere Straßen und Wege und geht unter die Menschen. Er erinnert uns daran, dass er täglich nötig ist und stärkend wie Brot.

Gottes Berührungsgeschichten sind Alltagsgeschichten. Sie ereignen sich in der öden Normalität genauso wie in dem Besonderen, das unser Leben anziehend macht. Deshalb ist es gut zu wissen, dass Gott da ist, wo wir sind. Und dass wir dort sein können, wo Gott ist.

Josef Voß

Mit Gott durch den Sommer

Turnschuh

Dieser Sommer hat es sportlich wieder in sich: Fußball EM, Olympische Spiele, CHIO,… Ob passiv oder aktiv, der Sommer lädt uns wieder zu Sport und Bewegung ein, aber auch zur Erholung und Re-Kreation. Es ist Halbzeitpause.

Unser Leben und unser Glaube haben viel gemeinsam mit den Höchstleistungen der Athleten, die wir zur Zeit präsentiert bekommen. Es gibt anstrengende Trainingsphasen, spannende Wettkämpfe, Enttäuschungen, Etappenziele, Verletzungen, Erholungspausen, Freude, Erschöpfung, Mannschaftsspiele und Einzeldisziplinen, Hindernisse und letztlich das Ziel.

Immer ist es wichtig, die Balance zu halten zwischen den zu bestehenden Herausforderungen und den dazu nötigen Erholungszeiten. Ich empfehle Ihnen daher für diese Sommerpause einmal Bewegung und Kontemplation zu verbinden, sozusagen spirituelles Joggen!

Die Sporthochschule Köln bestätigt, dass sich sowohl Läufer als auch Beter ausgeglichener, belastbarer, positiver fühlen, sich wieder wahrnehmen. Versuchen Sie einmal, beides miteinander zu kombinieren, dann kann die zweite Halbzeit ruhig kommen!

Einen schönen Sommer wünscht

Wolfgang Oellers

Neue Zeiten, Andere Zeiten, Gute Zeiten?!

Der Urlaub ist vorbei. Die Erholung hält hoffentlich noch etwas vor.
Zeit für einen Neustart…
Die einen meinen: Gut, dass der Alltag wieder beginnt, mit seinen gewohnten, positiven und althergebrachten Abläufen, die ihnen Sicherheit geben. Sie lassen sich wieder schnell vor gewohnte, vielleicht auch unbequeme Karren spannen.
Manche müssen sich einem Neuanfang stellen. So z. B. bei einem Neubeginn an der Schule, beim Studium, am Arbeitsplatz, in Krisen nach Schicksalsschlägen oder sogar nach dem Verlust eines lieben Menschen.
Andere probieren gerne Ungeübtes und Ungewohntes mit der Kraft, die sie bekommen haben, sei es durch Eindrücke, Begegnungen, Musik oder die Geburt eines Kindes. Sie wagen einen Aufbruch ins Ungewisse und fühlen sich getragen von Vertrauen und Liebe.

Ein Neuanfang ist für uns in St. Heinrich, St. Martinus und St. Laurentius angesagt. Vielleicht ein Neustart mit uns selbst, mit den Mitmenschen, vielleicht auch in unserem Verhältnis zur Umwelt oder zu dem, was uns über die Welt hinausführt.

Es brechen neue Zeiten an: Zunächst erkennbar an der neuen Gottesdienstordnung, vielleicht auch an den fremden und ungewohnten Gottesdienstformen. Eine neue Zeit startet auch in der Leitung unserer drei Pfarrgemeinden. Ende September wird sich einiges bewegen: Ein Pfarrleitungsteam wird installiert. Dies ist ein Neuanfang für uns alle.
Eins ist sicher: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“. Mit dem Vertrauen, dass Gott uns in allem begleitet, bietet dieser Anfang eine Chance für uns alle.

Gregor Jeub

Kainsmal

Junge mit ausgetsrecktem Zeigefinger

In den letzten Tagen begegnete mir mal wieder der Begriff des „Kainsmals“, und seitdem lässt er mich nicht richtig los: Kain hat seinen Bruder Abel umgebracht und ist damit zum Mörder geworden – er erhält dafür von Gott eine Strafe, aber auch ein Zeichen zu seinem Schutz vor der Lynchjustiz anderer: Gott rettet ihm Leib und Leben.

So ein Kainsmal ist schlimm: jede(r) kann sehen, dass jemand schuldig geworden ist. Aber vor der schlimmen Rache anderer ist nun Schutz gewährt.

Heute hat es sich gewendet:

Manchmal erklären WIR Mitmenschen schuldig, weil sie nicht in unser Bild passen – wir verpassen Ihnen ein „Kainsmal“ durch Missachtung, durch Vorurteile, durch Lästereien.

Gott will uns Menschen schützen – er erlöst uns nicht von einer nötigen Umkehr für geschehene Schuld, aber er bewahrt unser Leben.

Wie gut zu wissen, dass Gott uns auch in schlimmen Misswegen nicht fallen lässt – Gott, der Freund des Lebens.

Angelo Scholly

Unsere Tage zu zählen…

Kalenderblätter

Es ist klar, dass nichts ewig bleibt, was jetzt ist – auch wir nicht. Deshalb ist der Rat der Bibel weise, die Tage zu zählen, die da kommen und gehen.

Wir wenden uns dem Tag zu, der jetzt ist. Wir erkennen seine Chance und seine Begrenztheit. Wir haben so viele Möglichkeiten, an einem Tag etwas Gutes auszurichten. Wir haben ebenso viele Möglichkeiten, das Gute zu lassen. Deshalb ist der einzelne Tag so wichtig. Jetzt entscheidet sich mein Leben. Nicht gestern und auch nicht morgen. Immer nur jetzt. Denn aus diesem Tag kann ich etwas machen. Und das finde ich prima.

Und wenn ich meine Tage zähle, sie aneinanderreihe und anschaue, dann wächst meine Dankbarkeit für solche Lebensfülle. Manchmal sogar für das Dunkle, das mich menschlicher gemacht hat. Wie oft ich noch Tage zählen darf, weiß ich nicht. Deshalb muss es mir reichen, immer nur den einen Tag heute anzufügen mit seinem Guten und Schweren.

Wenn ich Gott abends immer wieder einen Tag gefüllt zurückgeben kann, dann fällt oft eine Last von mir ab. Gott erleichtert mich, indem er annimmt, was meine Zeit hergibt. Und ich gewinne ein wenig Ruhe und verliere allmählich die Angst vor der Endlichkeit.

Josef Voß

Es liegt was in der Luft!

Bild zum Leitgedanken 12/12

Was denn?
Die Ereignisse der Zeit lesen sich unter anderem so:
Bei Bombardier droht die Schließung des Werks.
Unheilbar Kranken droht eine ohnmächtige Zeit.
Zerstrittenen und Trauernden droht die Belastung der kommenden Feiertage.
Armen droht der finanzielle Kollaps.

Im Buch des Glaubens lesen wir auch dieses:
Gott wird Sicherheit geben.
Aufbruch ist möglich und macht Sinn.
Freude wird spürbar über geschenkte Rettung.
Kleines wird groß – in Bethlehem und anderswo.

Wie passt das zueinander?
Wir werden im Advent sehen, ob die Fakten des Lebens und das Wort Gottes zusammen gelesen werden können. Ob wahr wird, was wir in der Glaubenswoche bedacht haben: Gott berührt.

Wenn Gott die Erde berührt und unser Leben und unser Herz – dann geschieht Weihnachten.
Und wenn das in der Luft liegt, dann ist mir um das Schicksal der Menschen nicht bange.

Josef Voß