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Singen: Das gefährlichste Hobby der Welt

Zur Chorsituation in St. Laurentius

Brotbacken ohne Mehl ist wie ein Chor ohne Singen. So unvermittelt und unerwartet wie ein Tsunami wurde mit Corona das Singen zum gefährlichsten Hobby der Welt. Von heute auf morgen wurde im März dieses Jahres jegliche gemeinsame Musik, sei es in unserem Chor oder auch im Kammerorchester von St. Laurentius oder auch in der Gemeinde unmöglich. Wer erinnert sich nicht an die Zeit des Lockdowns, an die Panikkäufe, an die Hobby-Maskenschneiderinnen, an die Kerzen in den Fenstern, die Kirchenglocken am Abend und an das Feuerwehrauto mit dem verheißungsvollen Song, dass die Sonne immer wieder aufgeht.

So schnell wie erhofft ging dann doch nicht die Sonne für unseren Chorgesang auf. Als das Leben sich mit Maskenpflicht und genügend Toilettenpapier wieder normalisierte, waren wir noch lange nicht in der Lage, uns zu einer gemeinsamen Probe zu treffen. Ganz zu schweigen von der Aussicht auf eine Aufführung unseres Chor- und Orchesterprojektes „Ein Deutsches Requiem“ von Johannes Brahms, das kurz vor der Aufführung in St. Laurentius durch Corona ausgebremst wurde. Kurzum: Es dauerte länger, als wir es erwarteten.

Eine Chorgemeinschaft lebt nicht nur von der originären Tätigkeit des Gesangs alleine, sondern auch wesentlich von einer Gemeinschaft, die auch praktiziert werden sollte. Der Austausch vor, zwischen und nach den wöchentlichen Proben, der Stammtisch, bei dem man sich traf, all das fehlte. Ein gemeinsamer Chor- und Orchesterausflug nach Maastricht und eine große Konzerteise nach Krakau rückten in weite Ferne, wurden immer weiter nach hinten verschoben.

Wie sollte man Kontakt untereinander halten, wie die Gemeinschaft erhalten? Eine wesentliche Hilfe war für viele seit März ein wöchentlicher E-Mail-Brief an alle seitens des Vorstandes. So hörte man voneinander und erlebte Gemeinschaft. Darüber hinaus liefen die Kontakte über viele Telefonate und E-Mails zwischen den Mitgliedern. Der Besuchsdienst, der für Geburtstage und Krankheitsfälle zuständig ist, konnte wieder aufgenommen werden. Seit Ende der Sommerferien, nach einem halben Jahr Sangespause, ist es nun wieder möglich, dass die nach Singen Ausgehungerten mittwochs in der Kirche proben können. Dies geschieht in Kleingruppen, allerdings mit massiven Corona-Einschränkungen durch die Abstandsregeln. Trotzdem sind alle dankbar für die Möglichkeit des gemeinsamen Singens. So haben wir die Wahl, auf das Glas zu schauen, ob wir es halb voll oder halb leer sehen wollen. Die „halb-volle-Sichtweise“ überwiegt. Wir freuen uns, wieder gemeinsam singen zu können, und sehen Licht am Horizont. Wie hieß es doch: „Und immer wieder geht die Sonne auf“.

Petrus Rick, Chorvorsitzender

Wieder aktive Musikgruppierungen an St. Laurentius:

  • Chor von St. Laurentius: Probenaufnahme: mittwochs in Kleingruppen in der Kirche
  • canto@campum: Probenaufnahme: donnerstags im Tutti in der Kirche
  • Kinderchöre : Probenaufnahme: freitags in zwei Kinderchorgruppen in der Kirche
  • ScholaSchola: Probenaufnahme: sporadisch in der Kirche eine erste Aufführung war wieder möglich
  • Kammerorchester: Probenaufnahme: freitags bisher in Kleingruppen, jetzt auch wieder im Tutti in der Kirche
  • Solisten/ Kleingruppen: Mitglieder aus Chor und Orchester gestalten derzeit regelmäßig stellvertretend für alle die sonntäglichen Messen