Pfarre St. Laurentius

Unser Pfarrpatron, der Heilige Laurentius

Skulptur des Hl. Laurentius

Entgegen der weit verbreiteten Legende starb Diakon Laurentius nicht infolge von Folterungen auf dem glühenden Rost (mit dem er meistens abgebildet wird), sondern wurde mit dem Schwert in Rom enthauptet!

Was wissen wir über Laurentius’ Leben und Wirken? Nur wenige Fakten sind historisch gesichert, viele Dinge wurden uns legendär überliefert, was aber die Bedeutsamkeit des Heiligen für uns bis heute nicht schmälert.

Der Legende zufolge soll Laurentius in Aragon/Spanien als Sohn des Märtyrers Orientus und der Märtyrerin Patientia geboren sein. Als andere Geburtsorte werden auch Osca/Spanien oder Laurentum/Italien genannt. Weiteres ist über seine Kindheit nicht bekannt.
Papst Sixtus II. (257 – 258 Papst in Rom) wurde auf Laurentius und dessen Frömmigkeit aufmerksam und rief ihn nach Rom, wo er ihn zum Diakon weihte. Das wird uns vom Kirchenlehrer Ambrosius (333/34 – 397) überliefert. Er erwähnt ihn erstmals 391 und betont, welch leuchtendes Vorbild Laurentius in der frühen Kirche war. Ambrosius spricht vom tiefen Glauben des Laurentius’, seiner Liebe zu den Armen und von seiner Tapferkeit im Erleiden des Martyriums. Papst Sixtus II. soll Laurentius vor seinem Tod die Verwaltung des Kirchenvermögens aufgetragen haben. Viele Darstellungen in der Kunst zeigen, wie Laurentius diese Kirchenschätze an die Armen verteilt – gelebte caritas durch einen Diakon, einen Kirchenvertreter.
Laurentius wird auf vielen Bildern bartlos, mit kurzem, blond gelocktem Haar und einer großen Tonsur gezeichnet.
Der bereits erwähnte Papst Sixtus II. wurde im August 258 während der Christenverfolgung mit vier namentlich nicht genannten Diakonen hingerichtet. Zu diesen Diakonen soll auch Laurentius gehört haben. In Rom waren zu der Zeit Hinrichtungen mit dem Schwert üblich. Auf die Überlieferung von Ambrosius ist es zurückzuführen, dass Laurentius meistens mit dem Rost, auf dem er gemartet worden sein soll, abgebildet wird.
Kaiser Konstantin der Große hat über dem Grab des Diakons eine Kirche errichten lassen, die Basilika San Lorenzo fuori le mura. Im Mittelalter existierten in Rom sogar über zwanzig dem heiligen Laurentius geweihte Kirchen.
Der vermutete Todestag – der 10. August 258 – ist zum Gedenktag des Heiligen geworden und wird heute in Gemeinden, die seinen Namen tragen, als Patronats- bzw. Kirchweihfest gefeiert.

Wegen seines Amtes als Diakon, der auch die Messbücher verwaltet, gilt Laurentius als Patron der Bibliothekare und Archivare. Aber er ist auch als Patron der Armen und vieler Berufe, die mit Feuer zu tun haben (z.B. der Schmiede, Glasbrenner), bekannt.

Laurentius wird am 10. August ebenso in der evangelischen, anglikanischen und orthodoxen Kirche verehrt; die armenische Kirche erinnert am 11. August an ihn. Da dieser Gedenktag in eine Jahreszeit fällt, in der viele Sternschnuppen vom Himmel fallen, bezeichnet man sie in dieser Zeit auch mit dem schönen Namen „Laurentiustränen”.

Autor: Birgit Komanns

Quellen:

  • Ökumenisches Heiligenlexikon
  • Clemens Jöckle, Der Hl. Laurentius. Diakon und Märtyrer, Kehl 2008